Yogyakarta: Borobudur

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Dienstag, 01.07.25

Yogyakarta: Borobudur


Die extrem unterschiedlichen Temperaturen zwischen drinnen (Eiszapfen hängen von der Decke) und draußen (irgendwelche Typen spritzen mich dauernd mit einem Schlauch mit heißem Wasser ab) haben mir immer mehr zu schaffen gemacht. Es war nur eine Frage der Zeit, dass ich mir eine saftige Erkältung einfange.



Unterwegs im Kraton

Am Vormittag geht es ins Zentrum von Yogyakarta zum Kraton. Der 4 qkm große Kraton ist so etwas wie eine Stadt in der Stadt. Das ist nicht nur der Palast-, sondern auch ein Wohnbezirk. Große Reisebusse kommen in das Viertel nicht hinein, zwei kleine E-Busse bringen uns hin.


Wie überall in Indonesien, wartet vor Ort ein Guide auf uns. Während vor allem in China, aber auch in Peru, die Qualität der einheimischen Guides extrem unterschiedlich war, ist sie ein Indonesien durch die Bank weg gut bis sehr gut. Die Dame, die uns den Kraton zeigt, gehört zur zweiten Kategorie. Meist bekommen wir auf unserer Reise deutschsprachige Guides, so auch hier.






1755 wurde der Kraton gegründet, die meisten Gebäude stammen aus den 1920er und 1930er Jahren.


Wir bekommen viele der Gebäude und Ausstellungsstücke des Sultanspalastes zu sehen, erfahren aber auch den neuesten Hofklatsch über den Sultan und dessen Frauen sowie seine Vorgänger. Ausgestellt ist auch Porzellan aus Deutschland, mitgebracht von Helmut Kohl bei einen Besuch. Bevor wir den Kraton verlassen, bekommen wir vom Hoforchester noch Gamelanmusik zu hören, im zweiten Teil ergänzt durch Tänze einer großen Zahl von Kindern.


Bis heute hat der Sultan viel Personal, insgesamt 3.000 Personen, darunter 680 Damen und Herren der Palastwache.




An den Pools des Sultans

Danach geht es noch zum Taman Sari, dem im 18. Jahrhundert angelegten Wasserschloss der Sultane, Dort wurden mehrere Pools angelegt, der Sultan konnte von einem Turm aus die Becken mit den Damen überblicken.


Für 14:30 Uhr haben wir einen Termin in Borobudur, laut Reiseführer das größte buddhistische Monument weltweit. Der Bau erinnert etwas an Angkor Wat in Kambodscha. Pro Tag dürfen nicht mehr als 1.300 Besucher hoch - so die Vorgabe der UNESCO für diese Welterbestätte. An langen Wochenenden wie heute, dürfen pro Stunde 200 zusätzliche Besucher rein. Man will so mehr Einheimischen ihre eigene Kultur näherbringen.





Stopover am Mendut-Tempel

Auf dem Weg zum Borobudur halten wir noch am Mendut-Tempel, unweit des Borobudur. Besonders gefällt mit die Grünanlage, in die der Tempel mit all seinen Teilgebäuden eingebettet ist.



Hofer Schlappentag in Indonesien: Am Borobudur

München exportiert sein Oktoberfest in die ganze Welt. Hof an der Saale will da nicht nachstehen und exportiert den Schlappentag. Ursache ist die Vorgabe der UNESCO, dass man den Borobudur nicht mit seinen eigenen Schuhen betreten darf, sondern nur mit Schlappen, die man nach dem Besuch auch behalten darf. Die gehen bis Größe 45. Oder nicht ganz, in einem Geheimversteck gibt es auch noch größere Teile in besonderem Design. Zwei so Teile bekomme ich.




Wir sind sehr nah am Äquator, die Sonne steht also fast den ganzen Tag sehr hoch. Erst von der Rückseite aus kommen die Konturen des Borobodur besser zur Geltung. Der Weg bis ganz nach oben in der großen Hitze, der Schwüle, den steilen Treppen und den Schlappen ist nicht ganz einfach. Der Blick vom Borobodur mit den Bergen im Hintergrund lohnt den Aufwand ohne wenn und aber.



Borobudur wurde zwischen 750 und 840 errichtet.  Das damals gültige Maß war das Tala, die Daumen - Zeigefinger - Spanne. Kein Wunder, dass es absolut unklar ist, wie die Menschen damals ein Bauwerk mit einer derartigen Präzision errichten konnten. Auf dem gesamten Gelände wiederholen sich regelmäßig die Relationen von 4:6:9.




Schon wenige Jahre später wurde das gesamte Gelände nach einem Vulkanausbruch des Gulung Marapi durch Lava bedeckt. Borobodur geriet nie in Vergessenheit, auch wenn die Anlage erst wieder ab 1814 schrittweise freigelegt wurde.


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